Stützpunktfeuerwehr Birkenfeld

Historisches

Chronik und Darstellung der Feuerwehr

Schon 1879 gab es in Birkenfeld eine Freiwillige Feuerwehr, die jedoch nicht lange bestehen konnte. Sie wurde Opfer verknöcherter Bürokratie, die nur nach Paragraphen sah und keinen Fortschritt kannte. Die damalige Regierung forderte eine Pflichtfeuerwehr und zwar, "weil die geltenden gesetzlichen Bestimmungen keine Möglichkeit für die Schaffung freiwilliger Feuerwehren vorsah", und die Gemeinde nach Auffassung der Regierung im Brandfall nur auf den "freien Willen" der Löschmannschaft angewiesen sei.

Am 19.Oktober 1883 bildete sich die "freiwillige Turnerfeuerwehr". Dieser wurde im Jahre 1884 von der Gemeinde eine Feuerspitze zugeteilt, zur Bedienung der Brände. Neben der Turnermannschaft waren es hauptsächlich freiwillige Mitglieder von früher, aus denen sich die Wehr zusammensetzte. Gymnasiallehrer Herfurth wurde Hauptmann der "Freiwilligen Turnerwehr". Er führte die Wehr bis 1905. Anschließend übernahm der Kaufmann Friedrich Loeblein die Führung der Wehr. Sein Nachfolger wurde 1910 der Architekt Eduard Kunz. Im Mai 1929 war es möglich, die gesamte Feuerwehr freiwillig zu gliedern. 45 Personen zählte der damalige Mitgliederbestand.

Die Versammlung besteht durch Wahl der Führungspositionen mit folgenden Personen:

Brandmeister: Eduard Kunz
Abteilungsleiter der Spritzenabteilung: Wilhelm Pfleger gleichzeitig Stellv.
Abteilungsführer der Rettungsabteilung: Johann Conrad
Ordungsabteilung: Karl Bleicker
Schriftführer: Paul Nisius
Kassenführer: Herrmann Schneider
Zeugwart: Georg Engel
Beisitzer: Heinrich Dietz, Otto Hoffmann
Sanitäter: Fritz Jung

Das Spitzenhaus stand zu dieser Zeit neben dem Anwesen Sänger-Meiborg, wo auch im Jahre 1931 eine Motorsirene installiert wurde. Aus einem alten Protokollbuch geht hervor, dass Herr Julius Märker im Jahre 1932 sein luftbereiftes Auto zum Transport der Mannschaft und Gerät zur Verfügung stellte. 1935 wurde die Wehr zur besseren Schlagkraft mit einer Motorspritze ausgerüstet.

Am 04.April 1936 wurde in der Jahreshauptversammlung durch Oberbrandmeister Kunz bekannt gegeben, dass die Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld inzwischen Feuerwehrpolizei geworden sei, dadurch, dass sie sich hierfür von der Regierung vorgeschriebene Anordnung unterworfen habe.

1943 wurde ein Löschgruppenfahrzeug der Firma Daimler Benz angeschafft. Der Einzug in das neue Spritzhaus an den Gerbhäusern erfolgte im Jahre 1944. 1954 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug beschafft. Nun standen zwei Fahrzeuge zur Verfügung, sodass die Wehr bei Bränden besser ausgerüstet war. Im Jahre 1962 wurde vom Landkreis Birkenfeld ein Unfallhilfswagen beschafft und der Feuerwehr Birkenfeld zur Verfügung gestellt. 1965 kam für das veraltete Löschgruppenfahrzeug ein neues gleichen Typs. Dazu kam 1967 ein Mannschaftstransportwagen. Nun war man in der Lage technische Ausbildungen zu betreiben, um bei Unfällen bessere Hilfe leisten zu können.

Im gleichen Jahr konnte die Wehr aus dem alten Spritzhaus "An den Gerbhäusern" in ein neues, moderneres Gerätehaus an den noch heutigen Standort in die Brückener-Straße umziehen. Sie konnten jetzt über Kfz-Hallen, sowie einen Unterrichtsraum und verschiedene Nebengebäude verfügen.

1969 wurde die erste Frauengruppe in einer Feuerwehr im Landkreis gegründet

Durch den unermüdlichen Einsatz von den Wehrführern Arnold Keller und Alfons Matthias ging die Wehr in ihrer Entwicklung weiter vorwärts. Im Jahre 1974 wurde eine Drehleiter beschafft, die zur Rettung von Menschen aus den Höhen und Tiefen sowie für die Brandbekämpfung eingesetzt werden kann. Somit konnten auch Löscharbeiten aus dem Korb mit Erfolg durchgeführt werden.

Im Jahre 1975 wurde ein Gerätewagen (GW-Öl), der vom Landkreis beschafft wurde, in Dienst gestellt.

1976 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug für das inzwischen 23 Jahre alte Fahrzeug beschafft. Dieses neues Fahrzeug führt 2400 Liter Wasser mit sich.Aufgrund der hier stationierten Fahrzeuge und Geräte war es nun erforderlich das Gerätehaus zu erweitern. Diese Erweiterung wurde im selben Jahr mit großer Eigenleistung der Wehrangehörigen durchgeführt. Es handelte sich um den Anbau der Fahrzeughallen um 120m². Die Gesamtfläche der KFZ-Hallen beträgt nun ca. 300m².Die Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld hat sich zu einer modernen Stützpunktfeuerwehr entwickelt. Sie zählt zu den bestausgerüsteten Wehren des Landkreises Birkenfeld.

Um eine bessere Ausbildung zu gewährleisten, wurde 1982 das Gerätehaus durch einen zweiten Erweiterungsbau vergrößert. Es entstand ein modern eingerichteter Unterrichtsraum. Weiterhin befindet sich in diesem Gebäude die Atemschutzwerkstatt des Kreises und der Verbandsgemeinde, sowie die Kleider- und Gerätekammer der VG.

Ebenso wie der erste Erweiterungsbau wurde auch der zweite größtenteils durch Eigenleistung durchgeführt.

Übergabe der Dankesurkunde durch den damaligen Bürgermeister Mörsdorf an Alfons Mathias für die vielen Stunden der Eigenleistung am Erweiterungsbau

Erwähnenswert sei noch, dass seit 1976 die Kreisbildung in den Räumen der Birkenfelder Feuerwehr durchgeführt wird. Sie wird derzeit u.a. von den Wehrangehörigen Lars Benzel, Hans Meschkat, Thomas Wernig und Mario Loeblein durchgeführt.

Die ersten Kreisausbilder der Feuerwehr Birkenfeld waren Alfons Matthias und Konrad Weißgerber.

1982 übernahm Manfred Graf von Alfons Matthias das Amt des Wehrführers. Alfons Matthias stieg zum Kreisfeuerwehrinspektor auf, Matthias konnte dieses Amt aber nur ein Jahr ausführen. Er verstarb 1983 nach langer schwerer Krankheit allzu früh.

Manfred Graf führte 15 Jahre die Feuerwehr Birkenfeld. In dieser Zeit erhielt er für seine Arbeit als Wehrführer Auszeichnungen vom Kreisverband und dem Land Rheinland-Pfalz. Er engagierte sich besonders in der Position als Wehrführer und Kreisausbilder für die Belange im Feuerwehrwesen. So wurde unter seiner Führung am 20.11.1993 der Förderverein "Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld" gegründet, wo er bis 2006 das Amt des 1.Vorsitzenden ausübt.

Des Weiteren wurde in seiner Amtszeit 1985 der Gerätewagen-Strahlen und Atemschutz (GW-AS), 1991 ein Löschfahrzeug 8 und 1996 ein neues Tanklöschfahrzeug 16/25 in Dienst gestellt.

Übergabe eines Löschgruppenfahrzeuges im Jahre 1991

Manfred Graf übergab 1997 das Kommando an Herbert Engel ab, Graf übernahm die Kleiderkammer der Verbandgemeinde und führte diese zu seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst im Jahre 2004. Herbert Engel leitete die Feuerwehr Birkenfeld bis Oktober 2005.

1998 wurde eine neue Drehleiter 23-12 und ein neues Mehrzweckfahrzeug Rheinland-Pfalz Typ 2 in Dienst gestellt.

Ebenso wurde im selben Jahr das Gerätehaus zum dritten Mal erweitert. Auch diese Erweiterung wurde zum größten Teil in Eigenleistung durchgeführt. In dem neuen Anbau, in dem zwei weitere Fahrzeugstellplätze zur Verfügung stehen, befinden sich in der oberen Etage sanitäre Anlagen, die Kleiderkammer der Verbandsgemeinde, sowie ein Florianstübchen, das zur regelmäßigen Kameradschaftspflege genutzt wird.

Hier trifft sich auch regelmäßig die Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Birkenfeld zum Stammtisch. Unter der Leitung von Klaus Faber organisiert die derzeit 21-köpfige Altersabteilung u.a. Ausflüge, Grillabende und Kameradschaftswanderungen-z.B. mit der Altersabteilung der benachbarten Stützpunktfeuerwehr Baumholder.

Im Oktober 2005 übernahm Lars Benzel das Amt des Wehrführers der Stützpunktfeuerwehr

Noch im selben Jahr wurde er zum Sicherheitsbeauftragten der Verbandsgemeinde bestellt. In der Geschichte der Birkenfelder Feuerwehr wurde er bisher als jüngster Wehrführer ernannt und zum "jüngsten Hauptbrandmeister" befördert. Bis zu seiner Ernennung war er von 2000-2005 als Kreisatemschutzgerätewart tätig. Außerdem begleitet er seit 2006 das Amt des 1.Vorsitzenden des Fördervereines "Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld".

Im Jahr 2007 wurden ein neues Mannschaftstransportfahrzeug der Marke VW T5 und 2008 ein Wechselladerfahrzeug MAN TGS mit dem Abrollbehälter "Logistik" der Stützpunktfeuerwehr übergeben. Die Auslieferung des neuen Einsatzleitfahrzeuges Typ 1 ist für Mitte 2008 vorgesehen.

Übergabe des neuen Mannschaftstransportfahrzeuges durch den Verbandsgemeinde Bürgermeister Manfred Dreier an die Birkenfelder Wehr.
Übergabe des Wechselladerfahrzeugs und des Abrollbehälters "Logistik" am 04.03.2008 durch Eberhard Fuhr an den Wehrführer Lars Benzel

Im Zuge dieser Beschaffung wurde das bis dato in Birkenfeld stationierte MZF2 abgezogen und in Idar-Oberstein (Wache 1) in Dienst gestellt.

Bei der Stützpunktfeuerwehr Birkenfeld sind bis 2007 folgende Fahrzeuge stationiert:

Einsatzleitfahrzeug 1 (ELF 1): Baujahr 1982
Manschaftstransportfahrzeug (MTF): Baujahr 2007
Tanklöschfahrzeug 16/25 (TLF): Baujahr 1996
Löschgruppenfahrzeug 8 (LF): Baujahr 1991
Rüstwagen für die technischen Unfallhilfe (RW2): Baujahr 1981
Drehleiter mit Korb (DLK 23-12): Baujahr 1998
Wechselladerfahrzeug (WLF): Baujahr 2007
AB (Abrollbehälter Logistik): Baujahr 2007
Gerätewagen Strahlen- und Atemschutz (GW-AS): Baujahr 1985
Ölwehranhänger: Baujahr 1981

Wegen des Großen Fahrzeugsparks und der umfangreichen Ausrüstung, die hier bei der Stützpunktfeuerwehr Birkenfeld vorgehalten wird, ist es notwendig die Fahrzeuge und die Geräte regelmäßig zu warten. Diese Aufgabe übernimmt der Wartungstrupp, der sich regelmäßig Montags abends trifft. Hier werden Instandsetzungsarbeiten und die Fahrzeugpflege durchgeführt. Verantwortlich für den Ablauf ist der Hauptgerätewart Thomas Wernig. Er übernimmt die Einteilung des Personals und ist verantwortlich für die regelmäßige Prüfung der Ausrüstung. Für die Fahrzeug- und Geräteüberprüfung der einzelnen Ortswehren in der Verbandsgemeinde Birkenfeld ist der Verbandsgemeinde-Gerätewart Reiner Schuch verantwortlich.

Unterstützt werden die hauptverantwortlichen Gerätewarte von Benjamin Glaser, der ebenfalls ausgebildeter Feuerwehrgerätewart ist.

v.l.n.r. Reiner Schuch (VG. Gerätewart), Benjamin Glaser (stellv. Gerätewart) u. Thomas Wernig (Hauptgerätewart)

Die durch den Kreis Birkenfeld 1979 eingerichtete Atemschutzwerkstatt im Feuerwehrgerätehaus Birkenfeld wird gemeinsam mit der Verbandsgemeinde genutzt und unterhalten. In der Werkstatt werden Instandsetzungsarbeiten, Prüfungen und Reinigung von Atemschutzmasken und Atemschutzgeräten durchgeführt. Als Beispiel: Im Jahre 2007 wurden nach Einsätzen und Übungen 596 Atemluftflaschen gefüllt, 386 Atemschutzgeräte, 275 Lungenautomaten und 492 Atemschutzmasken für den Kreis als auch für die Verbandgemeinde gereinigt und geprüft. Auf Kreisebene müssen 28 Atemschutzgeräte, 60 Atemluftflaschen 60 Atemschutzmasken und zusätzlich ca. 120 Atemschutzmasken von Katastrophenschutz gewartet werden.

Das in Birkenfeld stationierte Kreisfahrzeug GW-AS (Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz) wird von dem Kreisatemschutzgerätewart Eric Schuler betreut. Er hat das Amt 2005 von dem heutigen Wehrführer Lars Benzel übernommen. Auf der Seite der Verbandsgemeinde wird der Atemschutz vom Hauptgerätewart Christian Schuler geleitet. Somit soll eine Überlastung der einzelnen Kameraden verhindert werden. Die Verbandsgemeinde unterhält derzeit 80 Atemschutzgeräte, 124 Lungenautomaten, 140 Atemluftflaschen und 130 Atemschutzmasken. Die stetige Steigung der Einsätze, Übungen und Fortbildungen werden nicht mehr lange auf ehrenamtlicher Basis zu schaffen sein.